Weichgespült

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weichgespült Scheint es nur so, oder ist alles „weichgespült“? Man drückt sich gesittet aus, eckt nicht an, äußert Kritik nur dann wenn sie in die Konvention passt. Mann flucht nicht, streitet kaum ausgelassen, geht sich vorsichtshalber aus dem Weg, führt lieber Smalltalk um nicht in Schwulitäten zu geraten. Traut sich nicht mehr „Neger“ zu sagen, Frauen zu beschimpfen oder irgendwelche Rand-gruppen wie Kinder, Behinderte oder Opelfahrer offen zu hassen.

Man tut nichts, und man darf vor allem auch nichts. Thilo Sarrazin redet einen beliebigen, lachhaften Bullshit und die Medienlabersäcke fühlen sich berufen Partei zu ergreifen um die Empörung noch weiter auf die Spitze zu treiben. Wieso sich aufregen. Einfach nur ein Mann der etwas außerhalb der Norm gesagt hat – verboten in Deutschland! Natürlich nicht per Gesetz. Das interessiert sich mehr für Menschen die öffentlich kundtun, dass sie mehr mit Drogen zu tun haben als das frankfurter Bankenviertel. Oder für verwirrte Scheidungskinder die kundtun, dass sie Mütter ficken, ficken wollen oder gefickt haben – bevorzugt in den Analtrakt. Man weiß nicht weshalb – doch hier wird einfach wirr drauf los zensiert! Zum Schutze. Hier und da gezielt angebrachte Gesetze, aber vor allem haarsträubende Konventionen und oberflächliche Neomoral machen es dem Individuum unmöglich individuell zu sein. Man kann nichts „eigenes“ äußern. Also plappert die Masse einfach das nach, was ihr als massengerecht verkauft wurde. Das Verlangen nach Individualität geht flöten wie in der Adventszeit Drittklässler auf dem Marktplatz. Warum sonst der ungebrochene Ansturm der fleißigen Konsumenten auf die Angebote und Marketingstrategien die auf „Individualität“ anspielen. Natürlich weil das tiefe Verlangen nach Individualität, im Alltag, absolut untergeht und an seltsamen Sitten erstickt, verhungert, verkümmert, verreckt. Wen kümmert’s – Kauf ich mir halt eine ganz individuelle iPhone-Hülle und ein Konrad-Adenauer-Brillengestell um meine Persönlichkeit nach außen zu tragen. Es ist natürlich schwierig Umstände zu bewerten und  aus der Masse auszubrechen wenn bereits die Art wie wir denken und ganz besonders das was wir denken so stark von außen manipuliert wurde und wird. Unsere freien Gedanken werden uns bereits genommen wenn uns verboten wird diese frei zu äußern, was früh schon Eltern und andere „Erzieher“ erledigen. Dieser Umstand veranlasst uns unsere Gedanken zu überdenken und sie schließlich hinsichtlich der allgemeinen Meinung neu zu bewerten. Und schon werden aus „deinen“ Gedanken im Idealfall „ihre Gedanken“ – eine Kollektivdenkweise entsteht der wir alle mehr oder weniger ausgeliefert sind. Ein Umstand, der wohl unabdingbar für Gesellschaft ist und mit dem sich jeder zumindest abfinden muss will er ein Teil sein. Je stärker sich die eigene Meinung von der Kollektivdenkweise abhebt, desto schwerer ist es die Tage zu überstehen. Alles dauert länger, man kann auf viele bestehende Strukturen nicht zurückgreifen da diese einem zuwider sind. Man muss sich ein sehr individuelles, eigenes Lebenskonzept schaffen und sich an die Umsetzung des Modells machen bevor die Zeit dich verschluckt und du im Magen der „Weich-gespülten“, der Mitläufer, der Mutlosen landest. Das ist das Schicksal der Jugend. Denn jeder von uns befindet sich in einer bestimmten Phase seines Lebens an diesem Punkt an dem ihm irgendwie alles nicht so recht passt – das Problem ist, dass die Mehrheit sich aus angst einfach doch anpasst. Mut zum weiterdenken, Mut zum anecken hat hinsichtlich einer inneren Ohnmacht fast keiner. Mut macht angst, doch mutige Menschen braucht das 21. Jahrhundert. Schaut man sich um ist davon nichts zu sehen – zu sehen sind Mitläufer – Anhänger einer Strömung an die sie selbst nicht so recht glauben können. Und doch tun sie es – laufen mit, spielen das Spiel nach den alten Regeln und bestellen sich ein halbes Dutzend Vodka Bull an der Bar um damit zurechtzukommen. Um damit zurechtzukommen, dass sie ihr Wesen, ihr Dasein und ihr Leben wie deportierte Osteuropäerinnen prostituieren. Sie wurden weichgespült. Mit hunderten kleiner Tricks ruhig gestellt und gefügig gemacht. Der nächste Schritt der Ruhigstellung der „kritischen Bevölkerungsgruppe“ wäre dann wohl die Legalisierung von Kush… Die Politik muss sich ernsthaft die Frage stellen, wie sie diese Gesellschaft beisammen halten möchte. Denn sie droht zu zerfallen wie der weibliche Körper nach 30 Jahren Lebenszeit – und nichts anderes wünsche ich mir hinsichtlich der herrschenden Zustände – Zerfall. Einigkeit und Recht und Freiheit sind entweder nicht existent, oder habe ich sie einfach nur falsch interpretiert, denn die Zustände in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft werden keiner dieser großen Vokabeln gerecht. Einem kranken Gaul schießt man in den Kopf, einem kranken Menschen gibt man Medizin aber was macht man mit einer kranken Gesellschaft? Der Markt nutzt ihre Schwäche und beutet sie aus! Wir dürften wohl die Blutkörperchen sein die die von außen infiltrierten Krankheitserreger im Organismus verteilen. Und warum? Weil wir nicht die Eier haben den großen Strömungen entgegenzuwirken, weil es uns zu anstrengend ist, weil wir angst haben wie Kinder vor Kleiderschränken.

Ich habe keinen bock mehr mir die Scheiße reinzuziehen die ihr irgendwo aufgeschnappt habt, die 1000-fach verdaut wurde, und von euch wieder und wieder in meine Ohren ausgeschissen wird. Äußert eigene Gedanken auf eure eigene Weise oder schweigt – und die Welt wird wohl ein stiller Ort werden. Immer noch besser als ein „stilles Örtchen“… Soll sie doch an sich selbst zugrunde gehen – Soll sie doch zerfallen diese Anhäufung wacklig gestapelter Homo Sapiens-Klötzchen die wir Gesellschaft nennen. Vielleicht gibt es momentan keine Alternative in eine gesündere Zukunft.

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